Wiener Kleinfeldliga- kleine Spielfelder, große Gefühle

In der Rubrik „Sport“ widmen wir uns zuerst einem der – wenn nicht dem – sportlichen Highlight Wiens: der Wiener Kleinfeld Liga, dem Ort Wiens an dem Hobby- oder auch “Sonntagsfußball“ noch in seiner ursprünglichsten Form gespielt wird. Bierdosen am Rand zwischen den Spielfeldern und Kappen mit dem Aufdruck „Favoriten Hometown“ gehören hier quasi zur Grundausstattung. Matchbesprechungen finden normalerweise am Abend davor in den verschiedenen Spielerlokalen, wie dem Volksgarten, statt. Treffpunkte vor dem Match sind eher zeitliche Richtlinien. Auch, dass Spieler die Spielorte verwechseln kommt vor und wenn ich an die Kabinen vor dem Match denke, höre ich automatisch auch Raf Camora.

Aber Spaß beiseite, mittlerweile bin ich bereits über vier Jahre Mitglied eines Teams in der 4. Wiener Kleinfeldliga und ein großer Fan dieser Institution geworden. Zum einen ist es einfach Spaß, mit Freunden einen sportlichen Verein zu gründen, einen Namen dafür zu überlegen, Trikots zu designen, das Team zusammenzustellen, und auch Trainings- und Matchaufstellungen, sowie den Kader zu organisieren. Zum anderen ist es aber auch neben den „Spaßfaktoren“ ein tolles Training. Kleinfeld wird mit 5 Feldspielern + Torwart gespielt und eine Halbzeit dauert 25 Minuten. Die Spielweise ist also sehr laufintensiv und abwechslungsreich. Auch mit einer sehr defensiven Spielweise beider Mannschaften sind Spiele mit nur ein oder zwei Toren eine Seltenheit, die Spielstände gleichen viel mehr denen von Eishockeyspielen. Gewechselt wird fliegend und ohne zahlenmäßige Beschränkung. Da ein Spiel aber nur 50 Minuten dauert, kann man auch mit einem kleinen Spieltagskader mehr oder weniger problemlos antreten- ob man also mit 12 anwesenden Spielern beginnt und häufig, beziehungsweise blockweise wechselt oder nur mit 5 Feldspielern kommt und diese dafür das Match durchspielen obliegt im Endeffekt dem Team. Man kann sich also auch als kleine Gruppe dafür entscheiden einen Kleinfeldverein anzumelden. Voraussetzungen sind nur genug Ausdauer der Spieler und Gewissheit, dass die Spieler auch tatsächlich erscheinen. Eine Saison hat zwei Runden zu meist ungefähr 11 Spieltagen. Der Sommer und Winter sind jeweils spielfrei. Die Wiener Kleinfeldliga ist also für sport- und besonders fußballinteressierte Studierende eine tolle Möglichkeit sich als Gruppe wöchentlich aktiv zu betätigen und je nach Engagement und Können auch Erfolge feiern zu können.

Oder man sieht sie einfach als Ausgleich zum stressigen Uni- und Arbeitsalltag, nimmt dafür vielleicht Abstriche bei den Erfolgen in Kauf, freut sich aber dafür umso mehr darauf sich mit seinem Team wöchentlich am Sonntag unausgeschlafen – und aufgrund des Vorabends noch nicht fit – zum Fußball spielen zu treffen.