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Studium (1)

Prüfungsrecht

Im Studienplan ist die Durchführung von Prüfungen geregelt. Deine Rechte beschreiben wir dir in diesem Abschnitt genauer.
Rechtsgrundlagen sind:
– das Universitätsgesetz 2002,
– die Satzung der Uni Wien,
– und das Curriculum.

Wozu Prüfungen?

Gem. § 30 (1) zum Abschnitt der Durchführung mündlicher Prüfungen, dienen diese „in erster Linie dem Nachweis der Kenntnisse und Einsichten der Prüfungskandidatinnen und -kandidaten im Bereich des gesamten Faches unter Beachtung der Stoffbegrenzung. Dies schließt Fallbeispiele zur Überprüfung der Fähigkeit, im Fach methodisch einwandfrei selbständig zu arbeiten, nicht aus“.

Wie muss die Prüfung gestaltet sein?

  • Nach § 30 (2) hat der Prüfer „der Kandidatin oder dem Kandidaten mindestens drei Fragen aus dem Gebiet des Prüfungsstoffes zu stellen, die jeweils unterschiedliche Teilgebiete oder Themenkreise des Prüfungsfaches betreffen. Dabei ist darauf Bedacht zu nehmen, dass die Fragen nicht ausschließlich aus Rand- und Grenzbereichen des Prüfungsstoffes stammen.“
  • Längere Fälle sind den Prüfungskandidaten schriftlich vorzulegen; diesfalls ist eine entsprechende Vorbereitungszeit einzuräumen.
  • Der Prüfer hat die Prüfungauf faire Weise durchzuführen und somit alles zu unterlassen, was die Kandidaten diskreditieren oder in ihrer persönlichen Würde verletzen könnte.
  • Man soll nicht länger als die übliche Konzentrationsfähigkeit befragt werden. Als Richtlinie dient hier eine Zeit von 30 Minuten, die nicht überschritten werden sollte. Außerdem sollen nicht mehr als 4 Kandidaten zugleich geprüft werden. Auch hier soll die Prüfung nicht länger als 2 Stunden dauern, und jeder Kandidat soll nur solche Fragen erhalten, die nicht bereits von den anderen im Wesentlichen oder auch nur teilweise richtig beantwortet wurden.
  • § 29 Studienplan ist bei Prüfungen des judiziellen und staatswissenschaftlichen Abschnittes die Verwendung von Gesetzestexten zu gestatten.
  • Unfaire Prüfungen und Fragestellungen, welche in keinem Verhältnis zu den bekannt gegebenen Studienbehelfen stehen, weisen einen schweren Mangel im Sinne des § 79 Abs 1 UG 2002 auf.
    • Prüfungen, die einen schweren Mangel aufweisen, können binnen zwei Wochen (ab Bekanntgabe des Ergebnisses) schriftlich beim Studienpräses gerügt werden und sind von diesem aufzuheben.

Bekanntgabe und Begründung der Note (§ 79 UG 2002)

Das Ergebnis einer mündlichen Prüfung muss nach dem Ende der Prüfung bekannt gegeben werden. Wurde die Prüfung negativ beurteilt, muss dir der Prüfer die Gründe dafür erläutern. Auf Antrag müssen dir die Gründe auch schriftlich mitgeteilt werden (§ 79 Abs 4 UG 2002).
Das Ergebnis einer schriftlichen Prüfung muss dir spätestens vier Wochen nach dem Prüfungstermin bekannt gegeben werden

Einsichtnahme (§ 79 (3) UG 2002)

Einsicht in die Beurteilungsunterlagen und das Prüfungsprotokoll ist binnen sechs Monaten ab Bekanntgabe der Note möglich. Die Unterlagen dürfen unabhängig vom offiziellen Einsichtstermin kopiert werden. Vergiss nicht, einen Lichtbildausweis mitzunehmen!

Anfechtung (§ 79 UG 2002)

Grundsätzlich ist die Berufung gegen eine negative Beurteilung unzulässig, weil die Beurteilung selbst eine Art Gutachten darstellt und die sehr subjektive Sicht des Prüfers widerspiegelt. Natürlich kommt es gerade hier oft zu Ungereimtheiten, weil Fragen eben unterschiedlich schwer sind, und so manche Note von der Tagesverfassung und Laune des Prüfers abhängt.

Eine Anfechtung ist binnen zwei Wochen ab Bekanntgabe der Note möglich und beim Studienpräses einzubringen. Dieser hat eine Frist von sechs Monaten, um zu entscheiden, wobei es in der Praxis aber meistens schneller geht.
Eine Berufung gegen die Beurteilung selbst ist nicht zulässig. Wird der Anfechtung stattgegeben, wird die negative Prüfung nichtig.

Voraussetzungen:

  • Negative Beurteilung
  • Prüfung weist mindestens einen schweren Mangel auf.
    Ein „schwerer Mangel“ist z.B.
    • Weniger als 3 Fragen
    • Fragen nur aus Randgebieten
    • Fragen nur aus demselben Teilgebiet
    • kaum eigene Fragen bei Gruppenprüfung
    • Beschimpfung der Kandidaten
    • Unfaires Verhalten des Prüfers
    • Überlänge der Prüfung
    • Störungen wie starker Lärm
    • Fragestellungen, welche in keinem Verhältnis zu den bekannt gegebenen Studienbehelfen stehen
    • Prüfer führt kein Protokoll oder die negative Benotung ist mangelhaft begründet (§ 70 Abs 2 UG 2002)
  • Wenn möglich, Zeugen angeben!

ACHTUNG: Eine positive Note kann niemals angefochten werden!

Prüfungsabbruch § 6 Abs 6 Satzung der Uni Wien [Studienrecht]

Prüfungen sind bei Abbruch grundsätzlich negativ zu beurteilen. Wenn aber ein wichtiger Grund für den Abbruch vorhanden war, wird die negative Note nachträglich aufgehoben.
Ein „wichtiger Grund“ ist zB. Übelkeit, Nervenzusammenbruch, etc.
Der Antrag ist binnen zwei Wochen zu stellen; zuständig ist die Studienprogrammleitung (Prof. Perthold). Beachte, dass die Prüfung tatsächlich abgebrochen werden muss!

 

SONSTIGES

Wiederholung von positiven Prüfungen (§ 77 UG 2002)
Innerhalb von sechs Monaten nach der Prüfung ist es möglich eine positiv absolvierte Prüfung zu wiederholen, spätestens jedoch bis zum Ende des betreffenden Abschnitts. Es zählt nicht die besser benotete Prüfung sondern die letzte. Es ist kein Antrag nötig; einfach noch einmal anmelden und antreten.

Antrag auf freie Prüferwahl (§ 59 Abs 1 Z 13 UG 2002)
Anträge auf Prüferwahl werden in der Praxis bei Vorliegen wichtiger Gründe genehmigt (z.B. Verwandtschaft mit deinem Prüfer). Beim Drittantritt hast du genauso freie Prüferwahl. Zuständig für die Prüferwahl ist die Studienprogrammleitung (Prof. Perthold).

Antrag auf abweichende Prüfungsmethode (§ 59 Abs 1 Z 12 UG 2002)
Ein Antrag kann bei länger andauernder Behinderung (insbesondere Stottern und andere Sprachschwierigkeiten, Armbrüche, Blindheit…) gestellt werden.
Voraussetzungen:
1. Die Ablegung der Prüfung in vorhergesehener Methode ist unmöglich,
2. die abweichende Methode beeinträchtigt den Inhalt und die Anforderungen
der Prüfung nicht.
Zuständig hierfür ist auch wieder die Studienprogrammleitung (Prof. Perthold).

Fremdsprachige Prüfungen (§ 27 Abs 4 Studienplan)
Prüfungen können in jenen Fächern in einer Fremdsprache abgelegt werden, die nicht wesentlich an die deutsche Sprache gebunden sind. Auf die Ablegung von Prüfungen in einer Fremdsprache besteht kein Anspruch; der Prüfer muss der Prüfung in einer Fremdsprache also zustimmen.

Dora Bertrandt
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Heidi Pichelmann
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Clemens Dürr
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